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"Ich will in den Bundestag, um am Redepult die Frau zu stehen, die ich schon immer war"

Die bayerischen Grünen haben die trans Politikerin Tessa Ganserer auf einen sehr aussichtreichen Listenplatz für die Bundestagswahl gewählt - hier ist ihre starke Bewerbungsrede.

  • 18. April 2021, noch kein Kommentar

"Ich bin auch trans", stellte sich die Landtagsabgeordnete am Samstag auf dem Landesparteitag in Augsburg vor. "Und diese Eigenschaft bringt für mich als Politikerin die Verpflichtung mit, mich für die Rechte von queeren Menschen und anderen marginalisieren Gruppen einzusetzen. Denn kein Mensch sollte aufgrund seiner gruppenbezogenen Merkmale benachteiligt, ausgegrenzt oder gesellschaftlich abgewertet werden."

Antidiskriminierungspolitik sei "keine Nischenpolitik", so die 43-jährige Diplom-Ingenieurin für Wald- und Forstwirtschaft, die mit Frau und Kindern in Nürnberg lebt. "Denn es geht hier um den im Grundgesetz geschützten Gleichheitsgrundsatz und damit um den Kern unserer Demokratie."

Heftig kritisierte Ganserer die von CDU und CSU seit Jahren blockierte Reform des Transsexuellengesetzes. "Ich will in den Bundestag, um am Redepult die Frau zu stehen, die ich schon immer war", sagte sie in ihrer Rede, "Und ich will, dass mir die Unions-Abgeordneten dabei in die Augen schauen müssen. Denn dieses Gesetz, an dem so viel Blut und Tränen kleben, ist entwürdigend und muss endlich durch ein Selbstbestimmungsgesetzt abgelöst werden."

Tessa Ganserer wurde bereits im ersten Wahlgang mit 58 Prozent der Stimmen auf Listenplatz 13 gewählt. "Danke für dieses starke Ergebnis. Danke für dieses klare Zeichen für eine offene und vielfältige Gesellschaft", schrieb sie kurz nach der Abstimmung auf Facebook. Bereits Ende Februar war Ganserer von den Grünen als Direktkandidatin in Nürnberg aufgestellt worden (queer.de berichtete).

Derzeit sitzen elf Abgeordnete aus Bayern für die Grünen im Deutschen Bundestag. Nach aktuellen Umfragewerten – die Meinungsforscher*innen sehen die Grünen auf Bundesebene derzeit jenseits der 20-Prozent-Marke – würde ein Listenplatz um 25 im Freistaat noch für den Einzug ins Parlament reichen. Auf diesem Platz kandidiert mit Victoria Broßart ebenfalls eine trans Frau. Angeführt wird die Liste der bayerischen Grünen von Claudia Roth und Anton Hofreiter.

Bereits am vergangenen Wochenende hatte die Grünen in NRW die Leverkusener trans Frau Nyke Slawik auf einen aussichtsreichen Listenplatz gewählt (queer.de berichtete). (cw)



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18. April 2021
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