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Die neuen Kinder vom Bahnhof Zoo

Anlässlich des Todes von Sebastian Heidinger zeigt der Salzgeber Club seine schockierende Doku "Drifter" (2007) über drei junge Menschen, die wegen ihrer Drogensucht in Berlin auf den Strich gehen.

  • 09. Juli 2021, noch kein Kommentar

Vimeo / Salzgeber Club | Trailer zum Film und Möglichkeit, ihn direkt anzuschauen
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30 Jahre nach "Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo": Aileen (16), Angel (23) und Daniel (25) haben sich in die Anonymität der Großstadt Berlin geflüchtet. Ihr Aktionsraum ist die Gegend um den Bahnhof Zoo. Sie müssen sich täglich das Geld für ihre Drogensucht beschaffen und kommen in Notunterkünften, bei Bekannten oder bei Stammfreiern unter.

"Dann sollst du ihm einen blasen, einen runterholen, dann will er sich am Arsch lecken lassen und alles Drum und Dran, und dann gibt er zehn Euro", erzählt Daniel im Trailer. Die jungen Protagonist*innen haben Sehnsüchte und Wünsche und für ihr Leben einen vagen Plan, aber es bleibt eine Baustelle, so wie die Welt, in der sie sich laufend neu zurechtfinden müssen: eine Welt der Übergänge und Zwischenräume, der Straßen, Nischen und Geschäfte, wo Körper wenig zählen, Freundschaften dafür umso mehr.

Der abendfüllende Dokumentarfilm "Drifter" wurde 2008 auf der Berlinale mit dem Preis "Perspective en Dialogue" ausgezeichnet. Sebastian Heidinger ging das Wagnis ein, an dem berühmten Vorbild "Christiane F." gemessen zu werden – und hat diesen Vergleich bestanden. Sein Abschlussfilm an deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin wirft einen klaren, ungeschönten, aber keineswegs sensationsgierigen Blick auf die neuen Kinder vom Bahnhof Zoo.

Heidinger ist Ende Mai im Alter von 42 Jahren völlig unerwartet verstorben. Einen Vergleich mit dem Kinofilm hatte er eigentlich abgelehnt. "Natürlich kann ich mich gegen die Verbindung zu 'Wir Kinder vom Bahnhof Zoo' überhaupt nicht wehren", sagte er einst. "Wir haben uns den Zoo ja nicht vorrangig ausgesucht und ich erinnere mich noch, wie ich damit am Anfang sehr zu kämpfen hatte, dass es diesen Mythos gibt." Die Dokumentation sollte keine Neuauflage sein. Letzlich habe er aber "festgestellt, dass es ein unglaubliches Glück ist, einen mythologischen Unterbau zu haben. Es ist, als ob du eine moderne Version von Hänsel und Gretel erzählst." (cw)

Galerie:
Drifter (6 Bilder)


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