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Nicht anders als die andern
Mit der neuen, bewegenden wie mitreißenden Pop-Hymne "Inni" (Die Anderen) kämpfen die beiden polnischen Aktivisten Jakub Kwiecinski und Dawid Mycek gegen Queerfeindlichkeit in ihrem Land.
- 14. Juli 2021,
Der Song, der in Zusammenarbeit mit einem der bekanntesten polnischen Musiker entstand, wurde von realen Beschimpfungen gegen die LGBTI-Community inspiriert. Das Musikvideo erzählt dazu die Geschichte zweier Jungs, die sich ineinander verliebt haben, aber in der Öffentlichkeit ständig mit homophoben Reaktionen konfrontiert werden. Fremde Leute bekleben sie nacheinander mit Etiketten mit beleidigenden Worten, bis die Zettel schließlich ihre ganzen Körper bedecken. Sämtliche Zitate, die Jacob und Dawid in ihrem Video verwenden, stammen von polnischen Politiker*innen und Bischöfen.
In einem Instagram-Post zum Song verweist das schwule Paar auf die bedrohliche Lage queerer Menschen in Polen: "Täglich werden über 300 LGBT in Polen gemobbt, bedroht oder beleidigt. Über 63 Prozent von uns haben in den letzten fünf Jahren psychische oder verbale Gewalt erlebt. Das muss aufhören!", so Jakub und Dawid, die vor vier Jahren auf Madeira geheiratet haben. "In diesem Song wollen wir alle Menschen erreichen, deren Herzen noch nicht von Hass verzehrt sind, und ihnen laut sagen: 'Wir sind nicht anders!'"
Die beiden Aktivisten hoffen, dass "Inni" zu einer Art Hymne der queeren Community in Polen wird. "Es ist an der Zeit, stolz auf sich zu sein. Und das nicht für einen Monat, sondern das ganze Jahr."
Jakub und Dawid engagieren sich bereits seit mehreren Jahren mit Videos und öffentlichkeitswirksamen Aktionen für LGBTI-Rechte. Im vergangenen Jahr verschenkten sie etwa in drei polnischen Städten Regenbogenmasken an Passant*innen, um damit sowohl das Coronavirus als auch Homo- und Transfeindlichkeit zu bekämpfen (queer.de berichtete). (cw)

















