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"Der Schwulenberatung habe ich mein Überleben zu verdanken"

Anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens produziert die Schwulenberatung Berlin eine Serie mit Videoportraits von aktuellen und ehemaligen Klient*innen. Der 66-jährige Manfred macht den bewegenden Anfang.

  • 22. Juli 2021, noch kein Kommentar

"Im Grunde habe ich der Schwulenberatung mein Überleben zu verdanken", erzählt Manfred in dem knapp viereinhalbminütigen Clip. "Sie hat mir durch die verschiedenen Angebote geholfen, dass ich heute sagen kann: Ich bin gerne schwul und ich fühle mich jetzt im richtigen Leben."

Manfreds Geschichte steht beispielhaft für unzählige persönliche Biografien, die die Schwulenberatung Berlin seit ihrer Gründung im Jahr 1981 auf vielfältige Art und Weise unterstützend begleitet hat. Seine Berührungspunkte, zählt er im Video auf, waren Coming-out-Gruppe, Flirtkurs, Suchtberatung, Benefizparty, Aids-Trauergruppen und schließlich Wohnprojekte im Alter und die Pflege-Wohngemeinschaft.

"In den 40 Jahren unseres Bestehens haben wir im Leben unserer Klient*innen viel erreicht", zieht Geschäftsführer Marcel de Groot eine zufriedene Bilanz zum Jubiläum. "Gleichzeitig konnte viel für LSBTI* generell erreicht werden – auch das feiern wir heute." Mit dem gesellschaftlichen Wandel hätten sich zwar die Themenschwerpunkte laufend verändert. "Was konstant bleibt, ist der Bedarf an kompetenter Unterstützung: LSBTI* sind anderen Risiken ausgesetzt und haben andere Sorgen als die heterosexuelle Mehrheit", so de Groot. "Unser Angebot ist über die Jahre nur breiter und vielfältiger geworden und wird heute stärker genutzt als je zuvor."

Als eine der größten Einrichtungen ihrer Art weltweit betreut die gemeinnützige Schwulenberatung mit 180 Mitarbeitenden jedes Jahr tausende Klient*innen: 2020 fanden trotz Pandemie über 4.600 psychosoziale und psychologische Beratungen statt, mit einem breiten Themenspektrum von Substanzabhängigkeit über das Leben mit HIV bis hin zum Umgang mit Diskriminierungserfahrungen. Über 5.200 Menschen haben offene Angebote wie Gesprächsgruppen und soziale Treffpunkte genutzt. Die Inter*- und Trans*-Beratung unterstützte mehr als 1.800 Menschen.

In Wohnprojekten werden aktuell 320 Menschen betreut, besonders solche mit Fluchterfahrung, mit speziellem Betreuungsbedarf oder im Alter. Am Südkreuz ist ein weiteres Wohnprojekt in Bau, wo auch erstmals eine queere Kita Platz finden soll. Mit dem Vor-Ort-Team man*Check sowie der Einrichtung Checkpoint BLN wird wichtige Arbeit für die sexuelle Gesundheit der Community geleistet. (cw/pm)



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22. Juli 2021
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