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A bissl homophob, aber liebenswert authentisch
Aus Linz kommt die wohl ehrlichste offizielle Tourismuswerbung aller Zeiten: Ein geniales Video zeigt auch unschöne Seiten der Donaustadt - inklusive lesbenfeindlichem Grantler auf einer Regenbogenbank.
- 06. August 2021,
Endlich mal nicht die schönsten Impressionen und perfekten Augenblicke stehen im Zentrum der neuen Kampagne "Linz ist Linz", sondern der Anspruch, ein authentisches Bild der Stadt zu zeichnen. "Willkommen in der Stadt ohne Schnickschnack und Klischees!", heißt es zu dem knapp dreiminütigen Video. "Lernt Linz kennen: ehrlich, mutig, dreckig, langweilig, immer wieder verändert. Diese Stadt an der Donau ist nicht wie andere, muss sie auch nicht sein, denn Linz ist Linz."
Der Clip beginnt mit dem Statement "Linz ist eine Stadt für Senioren", andere Stimmen nennen sie "altmodisch" und ein "bisschen rassistisch". Dazu gezeigt werden einige der hässlichsten Ecken der oberösterreichischen Metropole. Am Ende heißt es: "Unsere Stadt ist alles andere als perfekt, aber eines können wir versprechen: Menschen, die dich mit offenen Armen empfangen. Na ja, meistens zumindest."
"Wir sind der Meinung, dass Linz sich auch etwas trauen darf", erklärte Tourismusdirektor Georg Steiner zu dem rundum gelungenen Video. "Mit dieser Werbelinie wollen wir herausarbeiten, wie vielfältig Linz ist, eine Portion Humor und Augenzwinkern sind natürlich auch dabei. Man darf sich selbst nicht immer zu ernst nehmen. Das ist bei Menschen und auch bei einer Destination letzten Endes sehr sympathisch."
In der Donaustadt selbst waren allerdings nicht alle begeistert. Mit den Worten "Das ist nicht mein Linz" empörte sich Bürgermeister Klaus Luger im ORF über die "misslungene Kampagne". Der SPÖ-Politiker befürchtet einen dauerhaften Imageschaden für seine Stadt. Die rechtsextreme FPÖ forderte Linz Tourismus dazu auf, das Video sofort zu löschen, und drohte andernfalls mit dem Entzug der Fördermittel. (mize)

















Linz zeigt sich mutig genug neben den üblichen Touristik-Verdächtigen wirklich alle anzusprechen.
Das lokale Gewitter der Freund*innen vom wolkenlosen blauen Himmel mit Sonnengarantie ist fast schon gesetzmäßig logisch und vllt sogar hoffend einkalkuliert.