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Das Anti-Coming-out des Jahres!
Ziemlich widerwillig thematisiert der Schweizer Comedian Michael Elsener in einem grandiosen Video erstmals sein Schwulsein - und rechnet mit Heteronormativität und sensationslüsternen Medien ab.
- 17. August 2021,
"Das da ist kein Outing, denn ich bin, wie ich bin. Ich bin normal", stellt der 35-Jährige in seinem siebenminütigen Monolog auf Schwizerdütsch klar. Glücklicherweise lassen sich bei dem am Sonntag veröffentlichten Youtube-Video aus der Reihe "Elsener erklärt's" deutsche Untertitel auswählen.
Das eine, ganz große Coming-out gebe es gar nicht, spricht Elsener vielen Lesben und Schwulen aus dem Herzen. Als homosexueller Mann müsse er sich unzählige Male aufs Neue outen, etwa bei neuen Nachbar*innen oder Kolleg*innen oder wenn Bekannte ihm anbieten, auch "die Freundin" mit zu einer Party zu bringen. "Wenn ich durchblicken lasse, dass ich Männer liebe, ist mein Gegenüber häufig überfordert", seufzt der Comedian. Sein Fazit: "Ich stehe jeweils vor zwei Entscheidungen: dumm lügen oder dumme Fragen beantworten."
Lange Zeit habe er geglaubt, es sei nicht seine Aufgabe, in den Medien darüber zu sprechen, wen er liebe, reagiert Michael Elsener auf ein zunehmendes Interesse von Journalist*innen an seiner sexuellen Orientierung, das er in Verbindung mit der Schweizer Volksabstimmung zur Ehe für alle bringt. Er habe gemerkt: "Es ist eben doch ein Thema. Und ich glaube, ich muss mal darüber reden – damit es irgendwann mal kein Thema mehr ist. Für mich und die über 500.000 Menschen in der Schweiz, die einen Menschen lieben, der oder die dasselbe Geschlecht hat wie sie."
Michael Elsener ist in der Eidgenossenschaft als Satiriker, Kabarettist, Parodist und Stand-up-Comedian bekannt. 2019 war er Host der Satireshow "Late Update" im Schweizer Fernsehen. Mit seinen Soloprogrammen "Schlaraffenland" und "Mediengeil" tourte er auch durch Deutschland. (cw)
















