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Science Slam: Bi- und Pansexualität in fünf Minuten

In dem Kurzvortrag "Jenseits der Monosexualitäten" kritisiert Dr. Kim Ritter die "doppelte Diskriminierung" von bi- und pansexuellen Menschen und fordert Raum für ein vieldimensionales Verständnis von Sexualität.

Es gibt immer noch die Vorstellung, Menschen würden sich in ihrer Lebensgeschichte notwendigerweise dauerhaft auf ein Geschlecht derjenigen festlegen, die sie begehren und lieben. Lebensentwürfe jenseits einer solchen monosexuellen Gestaltung von Sexualität und Liebesbeziehungen – häufig als bisexuell bezeichnet – werden in der Regel entweder ignoriert oder als außergewöhnlich betrachtet. Wenn über Bisexualität gesprochen wird, geht es selten um die 50-jährige Altenpflegerin von nebenan.

In einem Workshop anlässlich des Fachtags "Impulse 2020 – für queeres Leben in NRW", ausgerichtet vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, standen solche alltäglichen Lebensentwürfe im Mittelpunkt. Wie gestaltet sich der Lebensverlauf von bi- oder auch pansexuellen Menschen in einer monosexuell normierten Gesellschaft? Das vom Queeren Netzwerk NRW jetzt auf Youtube veröffentlichte Video von Kim Ritter bildete im Rahmen eines Science Slams den Auftakt zu dem Workshop im vergangenen Jahr.

An einem Fluss nimmt die Soziologin, Politikwissenschaftlerin und Geschlechterforscherin, die als Bildungsreferentin in der Erwachsenenbildung arbeitet, das in Hinblick auf Sexualität vielfach bemühte Bild vom "anderen Ufer" auseinander. In fünfeinhalb Minuten fordert Ritter neben der Anerkennung der empirischen Realität eines dauerhaften geschlechtsübergreifenden Begehrens eine angemessene Repräsentation bi- und pansexueller Menschen "ohne Sexualisierung, Dramatisierung und Exotisierung" sowie die Beseitigung von Diskriminierungen. (cw)


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#1 Rebecca
  • 31.08.2021, 11:49hBerlin
  • Um die Frage innerhalb des Videos zu beantworten: Lassen wir das Bild des Flusses mit seinen zwei Ufern, einfach weg.

    Akzeptieren wir Menschen und ihre Sexualität auch dann, wenn wir sie nicht verstehen, nicht nachfühlen können oder ähnliches, einfach wie sie sind.

    Ausgenommen natürlich Päderestrie.
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#2 michael hnkAnonym
  • 31.08.2021, 12:46h
  • Na ja, die fehlende Akzeptanz gegenüber der Homosexualität ist immer noch der eigentliche Dreh- und Angelpunkt, über den wir sprechen sollten. Eine bisexuelle Person erfährt ja Diskriminierung weitaus weniger in Phasen, wo sie beziehungsmäßig und/oder sexuell gegengeschlechtlich lebt, sondern dann doch viel eher in Phasen, wo sie sich gleichgeschlechtlich orientiert. Insofern ist und bleibt dann doch eher - neben dem Thema Transphobie - die Homophobie das große gesellschaftliche Problem, an dem gearbeitet werden muss. Das Phänomen "Bi-Phobie" halte ich ehrlich gesagt für ein wenig aufgebauscht.
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#3 WahrheitIstRelativAnonym
  • 31.08.2021, 12:56h
  • Wenn eine bisexuelle Person oder eine andere Person, die für ganz unterschiedliche Menschen empfinden kann und demnach eine größere Auswahl hat und ganz unterschiedliche Eigenschaften symphatisch finden kann, dich bevorzugt, dann bist du kein Übergangsspielzeug, keine nette Abwechslung, keine zweite Wahl und kein Ersatz - sondern der Hauptgewinn!
    An Meike
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