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"Meine Kirche hat etwas gegen homosexuelle Menschen"

In einem flammenden Plädoyer zur Prime Time auf Vox fordert der schwule Pfarrer Bernd Mönkebüscher die katholische Kirche zu einer Erneuerung ihrer Sexualmoral auf - und zeigt dabei seine Regenbogensocken.

Mönkebüscher war am Montag Speaker des neuen Short-Formats "#VoxStimme", in dem montags bis freitags um 20.13 Uhr Menschen mit einem besonderen Anliegen zwei Minuten lang vor die Kamera treten. Zum Auftakt hatte Jochen Schropp am 1. September gegen das Blutspendeverbot für schwule und bisexuelle Männer sowie für trans Menschen protestiert (queer.de berichtete).

Bernd Mönkebüscher beginnt seinen Beitrag mit Schätzungen, denen zufolge "20 bis 40 Prozent aller katholischen Priester schwul sein könnten". Er fügt hinzu: "Aber meine Kirche hat etwas gegen homosexuelle Menschen". Zu den Diskriminierungen, die der katholische Geistliche aus Hamm aufzählt, gehört auch das kirchliche Arbeitsrecht. "Immer noch können kirchliche Mitarbeiter*innen keine gleichgeschlechtliche Ehe schließen, ohne ihren Beruf zu verlieren", kritisiert der Pfarrer. "Die Kirche diskriminiert Menschen für etwas, für das sie nichts können."

Bernd Mönkebüscher wurde 1992 zum Priester geweiht, im Februar 2019 outete er sich als schwul (queer.de berichtete). Nach dem Segnungsverbot des Vatikans für gleichgeschlechtliche Paare gehörte er im Mai zu den Initiator*innen der inklusiven Segnungsgottesdienste unter dem Motto "Liebe gewinnt" (queer.de berichtete). (mize)



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#1 hollinghurstAnonym
  • 15.09.2021, 09:53h
  • Bernd Mönkebüscher zählt einige Irrungen der Katholischen Kirche auf. Einerseits ist alles davon bekannt und keine neue Erkenntnis. Andererseits ist es dennoch etwas ganz Besonders, wenn diese Wahrheiten von einem katholischen Priester öffentlich ausgesprochen werden.
    Vor dem Hintergrund meiner eigenen beruflichen Erfahrungen stellt sich mir für Bernd die Frage, ob er in diesem beruflichen Umfeld wirklich richtig ist. Es ist sicher ehrenvoll, innerhalb einer Organisation, die sich gegenüber homosexuellen Menschen feindlich verhält, in die Offensive zu gehen. Und ich wünsche Bernd ganz viel Kraft, diesen (aus meiner Sicht für die Dauer von vielen Generationen) nahezu aussichtslosen Kampf zu führen.
    Ich möchte keineswegs anmaßend wirken! Aber ich habe den Gedanken, dass es für Bernd besser gewesen wäre, diesen Beruf nie gewählt zu haben. Auch wenn Priester geltend machen dürfen, dass die Wahl mehr Berufung als Beruf sei. Da wird ein Mensch in seiner Persönlichkeit und Würde verletzt, wird in der Entfaltung und Wirksamkeit seiner Talente behindert und gehemmt. Die berufliche Weiterentwicklung ist mit großen Nachteilen verbunden. Leider bemerken Menschen oftmals einfach zu spät, dass die Berufswahl zu viele Probleme bedeutet und können es nur sehr schwer, manchmal gar nicht mehr revidieren.
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#2 LotiAnonym
  • 15.09.2021, 10:29h
  • Antwort auf #1 von hollinghurst
  • Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter. Die hier angesprochene katholische Kirche und allen voran der sogenannte Heilige Vater in Rom werden sich von diesen wenigen Neuordnern innerhalb dieses Machtgefüges nicht beugen. Das hieße ja auch weg mit dem Zölibat. Frauen zuzulassen als Priesterinnen. Allein diese beiden Faktoren sind sowas von bedeutsam. Zudem Zugeständnisse eingestehen, die über Jahrhunderte hinweg gehegt u.gepflegt wurden. Das schließt den Kindesmissbrauch durch Amtswürdenträger mit ein. Die Liste ist sehr lang. Es ehrt Bernd und die anderen wie sie dagegen jetzt rebellieren tun. Ob es je richtig gehör finden wird wage ich zu bezweifeln. Aber gut wäre es allemal. Gar keine Frage.
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#3 michael hnkAnonym
  • 15.09.2021, 12:11h
  • Dass ich immer noch Mitglied der katholischen Kirche bin, liegt v.a. an dem Heldentum solcher Menschen wie diesem Pfarrer. Meine Hochachtung.
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#4 LotiAnonym
  • 15.09.2021, 12:26h
  • Antwort auf #3 von michael hnk
  • Sorry, doch was daran ist Heldentum? Wir schreiben das Jahr 2021 und diese bigotte Kirche rafft es nicht mal aus dem Mittelalter herauszutreten um sich selbst zu erneuern. Was dringend nötig ist. Dank Internet gehen nun einige sehr wenige Angehörige wie Priester u.gar ein? Bischof auf Konfrontationskurs. Doch werden es Seifenblasen sein die schnell verpuffen.
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