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Als das ganze Dorf den Schwulen mobbte

Vor 50 Jahren feierte Peter Fleischmanns aufrüttelnder Film "Jagdszenen aus Niederbayern" Premiere – und sorgte damals in Deutschland für heftige Kontroversen.

Direktlink | Offizieller Trailer

"Jagdszenen aus Niederbayern" ist eine verstörende Parabel auf Grausamkeit und den alltäglichen Faschismus: Der 20-jährige Mechaniker Abram ist schwul – in seinem Heimatdorf Unholzing in Niederbayern wird er damit zum Außenseiter. Dort herrscht ein unterschwelliges Klima der Intoleranz und Härte.

Lange versucht Abram, den bösartigen Spott seiner Mitbürger zu überhören. Die als "Hure" verschriene Hannelore ist der einzige Mensch, der ihm Verständnis und Zuwendung entgegenbringt. Die Ächtung Abrams durch die Dorfbewohner steigert sich und als sich herumspricht, dass Hannelore von Abram schwanger ist, eskaliert die Situation. Mehr und mehr in die Enge getrieben, wird der verzweifelte Bauernbursche schließlich selbst zum erbarmungslosen Täter.

Der gewagte Debütfilm von Peter Fleischmann entstand nach dem gleichnamigen Theaterstück von Hauptdarsteller Martin Sperr. Die weiblichen Protagonistinnen Angela Winkler und Hanna Schygulla spielten in dem Drama ihre ersten Filmrollen.

"Jagdszenen aus Niederbayern" erlebte seine Welturaufführung im Mai 1969 während der Internationalen Filmfestspiele in Cannes. Die deutsche Erstaufführung erfolgte am 29. Mai 1969 in Landshut. Anschließend feierte der Film einen Siegeszug auf den Festspielen in Berlin, Locarno und San Francisco und erhielt das FBW-Prädikat "besonders wertvoll" – gleichzeitig löste er in Deutschland erhebliche Kontroversen aus. Vor allem Sperr wurde übel verleumdet und beschimpft.

Als der Film 1969 den Bundesfilmpreis erhalten sollte, bekam der damalige Innenminister Ernst Benda (CDU) waschkorbweise Briefe, er solle die Entscheidung der Jury rückgängig machen. Bei der Premiere in Israel betonte der Vertreter der deutschen Botschaft, der Film spiegele keineswegs die Realität der heutigen Bundesrepublik wider.

"Jagdszenen aus Niederbayern" ist für rund elf Euro auf DVD und Blu-ray erhältlich. (cw)



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#1 FaktencheckAnonym
  • 01.06.2019, 15:41h
  • Nichts für zarte Gemüter, aber zweifellos ein sehenswerter Klassiker. Auch das Textbuch ist eindrucksvoll zu lesen.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Alexander_FAnonym